Jung, selbstbestimmt und unverschämt produktiv: Wie Start-ups Nachwuchstalente für sich gewinnen

  • Keynote-Vortrag von spottster-Gründer Freya Oehle am Donnerstag, 17. September 2015, 10 Uhr
  • Die Gründerin führt aus, was Unternehmen in puncto Talentsuche von Start-ups lernen und wie sich Neugründungen und Traditionsbetriebe ergänzen können

Luxuriöses Büro, hohes Gehalt, steiler Karriereweg – in Start-ups eher Fehlanzeige. Dennoch schnappen einige Neugründungen traditionsreicheren Betrieben die Nachwuchskräfte weg, wie etwa die vidiventi GmbH mit der Shoppingwebsite spottster.com. Freya Oehle, die als erfolgreiche Gründerin zu einer gefragten Beraterin für die Talentsuche avanciert ist, erläutert in ihrem Keynote-Vortrag auf der Messe Zukunft Personal, was junge Talente wollen und wie etablierte Unternehmen von einer Zusammenarbeit mit Start-ups profitieren.

„Für Hochschulabsolventen gibt es vor allem zwei sehr reizvolle Felder: zum einen den steilen Karriereweg in der Beratung, der Bank oder in der Entwicklungsabteilung von bekannten Unternehmen, zum anderen den Gegenentwurf in Richtung Start-up oder Venture-Capital-Szene“, hat Freya Oehle beobachtet. Momentan erhalte sie auf eine Praktikumsausschreibung durchschnittlich 30 bis 35 Bewerbungen, auf Festanstellungen mehr als 40 Bewerbungen in einer Woche. Dazu trägt offensichtlich nicht nur ein spezielles Wording in den Jobausschreibungen bei.

Machen, machen, machen

Freya Oehle, die selbst zur Generation Y gehört, betont, dass ihre Altersgenossen oft missverstanden würden. „Es wird immer gesagt, die sind verwöhnt und wollen nicht arbeiten. Aber sie streben einfach nach Sinn und Spaß bei der Arbeit – sie möchten wirklich etwas machen, Entscheidungen mitfällen und Ergebnisse mitbestimmen“. In Konzernen müssten Berufseinsteiger oft nur Hilfstätigkeiten machen, wie die Gründerin bei einem Industrial-Banking-Praktikum am eigenen Leib erlebt hat. „Da durfte ich ein einzelnes Telefonat mit einem Kunden führen – und zwar nur, um einen Termin abzusagen, weil der eigentliche Ansprechpartner gerade keine Zeit hatte. Und dafür bin ich den ganzen Tag immer im Kostüm herumgelaufen.“ Deshalb wähle sie bewusst einen anderen Weg: Bei spottster müssen alle Mitarbeiter von Anfang an zum Telefon greifen. Die Gründerin gibt den Rahmen vor, aber lässt ihre Mitarbeiter sonst „einfach loslaufen und ausprobieren“.

Ernst beiseite? Was Spaß und eine lockere Atmosphäre ausmachen

Wichtig ist Freya Oehle auch der Spaß an der Arbeit. In ihrem Unternehmen sei das so „ein bisschen wie die Fortsetzung der Studentenzeit, in der man auch bis nachts im Seminar gesessen hat – aber eben mit anderen Kommilitonen zusammen und dann war das okay“. Eine Teamfaust oder High-Five, wenn jemand etwas geschafft hat, mal mit dem Bobbycar durch die Firma fahren oder Scherze mit der Firmen-Plüschratte machen, um andere aufzumuntern – die gute Stimmung sporne an und motiviere.

Coolnessfaktor entwickeln

Familienunternehmen, die eine sehr gute Leistung im Sinne von Gehalt oder Arbeitsqualität böten, hätten da einen deutlich geringeren Coolnessfaktor. Auch im Vergleich mit Konzernen zögen sie oft den Kürzeren bei den Bewerbern, da sie bei den Karrierewünschen nicht ganz mithalten könnten. „Wir haben deshalb in Hamburg eine Art Arbeitskreis mit etablierten Industrie- und Familienunternehmen aufgebaut. Es geht dabei um den gegenseitigen Austausch in Sachen Digitalisierung oder Personal“, so die Gründerin.

Was Unternehmen alles von Start-ups lernen und wie sich Neugründungen und Traditionsbetriebe ergänzen können, ist auch Thema des Keynote-Vortrags von Freya Oehle auf der Zukunft Personal: „Jung, selbstbestimmt und unverschämt produktiv: Wie Start-ups Nachwuchstalente für sich gewinnen“ Messe Zukunft Personal, Donnerstag, 10 bis 10.45 Uhr, anschließend Public Interview koelnmesse, Halle 2.1 | Praxisforum 1 – Keynote Forum

Über Freya Oehle
Freya Oehle ist Master-Absolventin der WHU-Otto Beisheim School of Management in den Fachbereichen Finance & Accounting. Im Alter von 23 Jahren, nach ersten Erfahrungen im Investment Banking und in der Unternehmensberatung, entschied sie sich gegen den normalen Berufseinstieg und gründete aus dem Studium heraus zusammen mit Tobias Kempkensteffen, einem ehemaligen Schulfreund aus Abiturzeiten, spottster.com. Kürzlich erhielt sie den Victress Award (Kategorie Digital), der erfolgreiche Gründerinnen, Unternehmerinnen mit besonderem gesellschaftlichen Engagement sowie Frauen mit starken Visionen auszeichnet.

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